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guten Tag,

weißt Du, von Beruf bin ich Altenpfleger und habe meinen Job mit viel Herz und Empathie gemacht, jedoch hatte ich immer die notwendige Distanz die so wichtig ist für eine qualitativ gute Pflege.

Viele meinen nun dass die Erkrankung von Monika an Dickdarmkrebs für mich doch eine Kleinigkeit sein muss - oh wie falsch liegen sie alle. Es tut so weh, gerade wenn du wie es bei mir nur Krebspatienten in Pflege und palliativer Pflege hattest. Ich kenne alle Stadien, den Verlauf der Stadienund das tut do erh, erh weil ich machtlos gegen diesen Tumorteufel bin, einfach machtlos.

Gut die erste Operation hat Moni eigentlich gut überstanden, man konnte genügend Material entfernen um das Restrisiko so gering wie möglich zu halten. Doch zu Hause ging es ihr nicht besser, nein der Gesundheitszustand verbesserte sich nicht sondern verschlechterte sich nur noch mehr.

Es liegt nicht an Monika und es liegt nicht an mir. Monika ist motiviert, arbeitet mit, versucht zu Essen und gerade das ist mit das größte Problem, wenn sie morgens eine viertel bis halbe Scheibe Brot mit Butter, Honig und Marmelade schafft dann ist das viel, dazu zwei Tassen Kaffee mit Milch - bissel Frühstück ist doch so wichtig, denn sie muss ja morgens schon Medikamente einnehmen und das auf nüchternen Magen ist alles, nur nicht ratsam und nicht gesund. Mit dem Mittagessen ist eine Quälerei die mir sehr nahe geht. Mit viel Liebe koche ich ihr das, worauf sie Lust hat, da passiert es dass die Geküste stündlich wechseln. Für mich ist das nicht schlimm, ich bin es gewohnt - doch dafür für sie umso schlimmer, sie schämt sich was sie mir zumutet - das braucht sie niccht. Das wad ihr gut tut und schmeckt soll sie bekommen, ich mache es gerne.

Wenn ich einkaufen gehe, dann sieht das so aus : Obst und Gemüse kaufe ich nur lose in kleinen Mengen dann stehe ich oft ratlos vor den Regalen und versuche irgendwie nachzuvollziehen was von den vielen Angeboten ihr jetzt gerade schmecken könnte. Leider treffe ich auch oft daneben. Diverse Sachen wie bestimmte Griespudding die kann sie wenigstens einmal am Tag essen deswegen schaue ich immer zuerst danach, dass diese nicht gerade vergriffen sind. Fleisch und Fisch geht meistens gar nicht. Gut, heute hatte ich Glück - ich hatte gestern ein kleines Schweinelendchen gekauft, was ich in drei Portionen geteilt habe, zwei daon hab ich eingefroren und eines habe ich hier heute kurz angebraten und dazu Möhren mit Kartoffeln untereinander gekocht, da hat sie einigermaßen gut gegessen. Leider sind solche Glücksmomente selten. Vom Aldi gibt es eine ganz einfache, stinknormale Rindfleischsuppe mit Nudeln in Tüten das ist etwas wo sie sich wirklich darauf freuen kann, doch ich kann ihr dch nicht jeden Tag das selbe anbieten, denn wenn sie sich an dieser satt gegessen hat, stehe ich wieder im Regen.

letzte Woche hatte ich auf nem Feld ein paar Äpfel gelesen und ein paar Gläschen Apfelmus eingekocht, schon zur Vorsorge wenn die Chemotherapie nächste Woche beginnt, denn damit beginnen nämlich dann die nächsten Essprobleme.

Gut Monika nimmt ab, das was sie sich früher immer gewünscht hat und was sehr mühevoll war, geht jetzt von ganz alleine jedoch ist der Preis dafür viel zu hoch. Es sind inzwischen über 20kg seit 03.07.20 , heute schreiben wir den 24.08.20.

Die Situation macht mich deswegen so traurig, weil ich ihr nicht helfen kann, ich kann sie nicht heilen. Was ich kann ist lieb zu ihr sein, sie in allen Situationen unterstützen, für sie da sein, sie spüren zu lassen dass ich sie liebe, ihr das zu sagen, für ein gesundes Umfeld zu sorgen was ihr gut tut. Meine Gefühle wie weh mir meine eigene Hilflosigkeit tut, die verberge ich nicht vor ihr, ich möchte mich nicht verstellen was für ein starker Mensch ich bin. Nein das kann ich nicht, wir aren immer ehrlich zueinander und das bleibt jetzt genauso.

Jetzt hoffe ich innigst, dass ihre Krankenkasse den Hintern bewegt, denn ich brauche dringend eine Unterstützung im Haushalt, besser gesagt zum putzen - die Pflege das mache ich selber. Erstens hat Monika Vertrauen zu mir und keine Angst, auch nicht vor der Spritze die ich ihr jeden Abend gebe.Monika weiß dass ich sie liebe und wie wertvoll sie mir ist.

Mir macht es z.B. große Angst, dass ich mich falsch verhalte weil ich ihr zuviel erkläre. Wieso fragst Du vielleicht - das will ich Dir erklären. Ich habe das Gefühl, das es richtig ist Monika auf verschiedene Situationen vorzubereiten, was gerade bevorsteht - denke mir dass es für sie dann leichter ist, wenn sie gut informiert an eine Sache ran geht, als vielleicht ägstlich mit irgendwelchen Horrorvorstellungen. Aber ist mein Verhalten richtig ? Grübelt sie dann vielleicht schon viel zu viel vorher ? Soll ich nichts sagen und es auf sie zukommen lassen ? Alle diese Fragen, die fressen mich manchmal auf. Auch wenn ich immer das beste für sie möchte, dann kann es für sie gerade verkehrt sein.

Es tut auch so verdammt weh, wenn ich spüre mit welcher Geduld Monika alles erträgt, sie meckert nicht, sie nervrt nicht, die jammert nicht, sie nimmt es wie es ist.

Ich bin froh, sehr froh dass wir Luzy und Seppi haben, denn manchmal machen die beiden solchen Blödsinn, dass auch mal ein lachen über iht Gedicht huscht.

Öfters möchte ich sie lächeln und lachen sehen - doch im Moment lässt der dort oben das nicht zu, warum nicht, was hat sie getan, was hat sie falsch gemacht . Nichts, Moni war immer eine rechtschaffene Frau, hat für Familie und Kinder gelebt und sich aufgeopfert, sie hat niemand etwas zu leide getan, immer selbst ihr Brot verdient ohne staatliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen, ja sie hat sogar noch bis 68 Jahre gearbeitet, in Grenzach in einer Hausverwaltung wo sie die Buchhaltung noch auf Minijobbasis gemacht hat. Verdammt nochmal lasst jetzt diese Frau doch in Ruhe ihren Lebensabend verbringen und überlässt sie nicht diesem ekelhaften Tumorteufel. An mir wird sich dieser die Zähne ausbeissen, ich werde mit allen Mitteln kämpfen, kämpfen mit Monika diesen in die Knie zu zwingen. Wir hatten uns noch soviel vorgenommen, nicht anspruchsvoll, nur kleine Sachen wollten wir noch gemeinsam erleben - also lass und das gefälligst auch noch gemeinsam erleben.

hier folgt später noch ein kleines Gedicht:

Danke !